Unterricht der Zukunft gemeinsam denken.
Im offenen Lern- & Denkraum kommen Lehramtsstudierende des Aufbaustudiengangs Sachunterricht (Grundschule), eine 6. Klasse, erfahrene Lehrkräfte sowie weitere Perspektiven zusammen, um gemeinsam die zentrale Frage zu verhandeln:
Wie lernen wir heute und morgen, mit den großen Zukunftsthemen unser Zeit
umzugehen?
Zukunftsthemen wie KI, digitale Medien und gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen unseren Alltag – und damit auch, wie Lernen heute und morgen aussehen kann.Der Fokus liegt auf Austausch und Mitdenken statt auf der einseitigen Vermittlung bereits feststehenden, fertigen Wissens. In einem gestalteten Dialog kommen Kinder, Studierende und Lehrkräfte zusammen, um Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und gemeinsam neue Sichtweisen zu entwickeln.Der entstandene Denkraum lädt dazu ein, Lernen nicht als vorgegeben, sondern gemeinsam gestaltbar zu verstehen.
Unser Angebot
Wir starten mit einem gemeinsamen Einstieg in ein Thema, das unseren Alltag prägt – und im Unterricht oft unsichtbar bleibt:
Wie lernen wir heute – und wie möchten wir in Zukunft lernen?
Ausgehend von den Erfahrungen der Schüler:innen, der Lehramtsstudierenden und der Lehrkräfte öffnen wir einen Raum, in dem unterschiedliche Lernrealitäten sichtbar werden: Schule heute, Ausbildung im Lehramt, Erinnerungen an eigenes Lernen und Wünsche an Unterricht von morgen. Im Mittelpunkt stehen dabei keine Fachinhalte oder fertigen Konzepte, sondern Haltung und Perspektive: Was fühlt sich im Lernen gut an? Wo entstehen Neugier, Beteiligung und Motivation? Wo erleben wir Überforderung, Frust oder Ausschluss?
Der Workshop schafft einen gemeinsamen Lernraum, in dem diese Fragen nicht vorgegeben, sondern gemeinsam verhandelt werden – altersübergreifend, offen und auf Augenhöhe. So entsteht eine gemeinsame Ausgangsbasis für alles Weitere: Unterricht der Zukunft als gemeinsamer Denk- und Gestaltungsprozess.
Station 1 – Perspektiven verstehen (Design Thinking)
Wie erleben Schüler:innen, Studierende und Lehrende Unterricht heute – in einer Zeit, in der KI und digitale Werkzeuge selbstverständlich geworden sind? Und welche Zukunftsvorstellungen entstehen daraus?
Was verändert sich dadurch im Lernen, im Lehren, im Miteinander?
Was macht neugierig, was verunsichert, was wirft neue Fragen auf?
Die Teilnehmenden teilen Erfahrungen, Gedanken, Zukunftsvorstellungen und -erwartungen – ohne zu bewerten. In gemischten Gruppen treffen unterschiedliche Rollen und Generationen aufeinander. Durch Zuhören, Spiegeln und Analysieren werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Spannungen sichtbar. Die Beiträge werden gesammelt und thematisch gebündelt, sodass ein erstes gemeinsames Bild entsteht, wie Unterricht im Zeitalter von KI wahrgenommen wird, welche Zukunftsvorstellungen daraus entstanden sind – und wo Veränderungsbedarf gesehen wird.
Ziel dieser Station ist kein fertiges Ergebnis, sondern ein gemeinsames Verständnis als Grundlage für alles Weitere.
Station 2 – Dialog mit dem Antonio Bot
An dieser Station treffen die benannten Zukunftsvorstellungen (Prototypen) auf die Frage: Welche Zukunftsvisionen wollen wir eigentlich? Dafür treffen die erwünschten oder befürchteten Szenarien der Teilnehmenden auf eine Visualisierungsmöglichkeit. Im Dialog mit dem Antonio Bot werden Szenarien als Bilder generiert, wodurch Ideen gespiegelt, hinterfragt und neu gerahmt werden können: Was fällt auf? Wo widersprechen sich Annahmen? Welche blinden Flecken zeigen sich zwischen den Generationen?
Der Bot fungiert als Reflexionsfläche – nicht als Antwortgeber. Er hilft, Muster sichtbar zu machen, Perspektiven zu verschieben und die gemeinsamen Visionen weiterzudenken. So entsteht ein zusätzlicher Blick auf Zukunft, der menschliche Diskussionen ergänzt, ohne sie zu ersetzen.
Station 3 – Backcasting (Rückwärtsplanen)
Ausgehend von den reflektierten Zukunftsszenarien aus Station 2 fragen sich die Gruppen:
- Welche Zukünfte des Lernens wollen wir?
- Was müssen wir tun, um diese Zukünfte zu gestalten?
- Was können wir heute schon dafür tun?
Es geht nicht um Perfektion, sondern um Sichtbarkeit: Wie könnte die Zukunft des Lernens aussehen, wenn Schüler:innen, Studierende und Lehrende diese gemeinsam gestalten?
Die Ideen/Prototypen dienen als Gesprächsanlass und Denkwerkzeug.
Zum Abschluss kommen alle Teilnehmenden zusammen.
Die Ergebnisse der Stationen werden gespiegelt und in Beziehung gesetzt: Welche Vorstellungen von Lernen verbinden uns? Wo sehen Kinder, Studierende und Lehrkräfte Gemeinsamkeiten? Welche Fragen nehmen wir mit in Schule, Ausbildung und Alltag?
Es entsteht ein gemeinsames Bild davon, wie Unterricht der Zukunft gedacht und erlebt werden kann – offen, aber anschlussfähig.
Die Gespräche enden nicht mit dem Workshop. Sie können weitergeführt werden: im Klassenzimmer, in der Lehrkräfteausbildung, im schulischen Alltag.
Zum Abschluss kommen alle Teilnehmenden zusammen.
Die im Workshop entstehenden Perspektiven, Visionen und Narrative werden nicht als Momentaufnahme, sondern als Startpunkt für Weiterdenken verstanden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden verdichtet, übersetzt und in weitertragabe Lern- und Dialogformate überführt – etwa in Narrative, Toolkits oder prototypische Lernanwendungen.
So entstehen Gesprächsanlässe, Werkzeuge und Denkmodelle, die über die Session hinaus genutzt, weiterentwickelt und in unterschiedliche Kontexte übertragen werden können – in Schulen, in der Lehrkräftebildung, in öffentlichen Lernräumen und im gesellschaftlichen Diskurs über Lernen im Zeitalter von KI.
